Die Geschichte der Nationallotterie: der Ursprung der Lotterie
Glücksspiele gibt es schon seit dem Altertum. Aber die Lotterien, wie wir sie heute kennen, sind in Brügge in den damaligen Burgundischen Niederlanden entstanden. Dies war im fünfzehnten Jahrhundert die am meisten urbanisierte, institutionell strukturierte und wirtschaftlich dynamische Region Westeuropas. Etymologisch kommt das Wort Lotterien vom Brügger „lotinghe“, abgeleitet vom Wort „lot“ (Los). 1441 fand auf dem Marktplatz von Brügge die erste „moderne“ Lotterie statt, die der Ausgangspunkt für Lotterien auf der ganzen Welt sein sollte.
Noch heute basiert die Nationallotterie auf Elementen, die damals die Grundlage bildeten, nämlich eine große Gruppe von Spielern, die an einer öffentlichen, transparenten Ziehung teilnahmen. Sie tun dies für einen sehr erschwinglichen Einsatz, hoffen auf einen Preis und Sie setzen sich auch dafür ein, dass der Erlös dazu dient, Bedürfnisse zu finanzieren, die der gesamten Gesellschaft zugute kommen und die allen am Herzen liegen.
Unsere heutige Nationallotterie wurde 1934 gegründet. Die erste Ziehung fand am 18. Oktober des Jahres 1934 statt.
Die Schlagkraft der Lotterie
Über die Jahrhunderte hinweg blieb die breite Unterstützung der Gemeinschaft die Mission der Lotterien. Im Mittelalter wurden mit den Erträgen öffentliche Arbeiten finanziert, Kirchen renoviert und die Armen wurden unterstützt. Diese wichtige gesellschaftliche Rolle ist noch immer die Kernaufgabe der Nationallotterie. Später wurden nach großen Katastrophen wie beispielsweise der Sturmflut von 1953 in den Niederlanden und Belgien, oder der Überflutung von Ruisbroek in 1976 Lotterien organisiert. Dabei ging es darum, Geld als Unterstützung für die Opfer in den betroffenen Gebieten zu sammeln. Der Grund war damals für die Teilnehmer wichtiger als der Preis, den man gewinnen konnte.
Die Geburt unserer Nationallotterie
Die Koloniallotterie wurde 1934 gegründet, um Spenden zu sammeln. Damals für die damalige belgische Kolonie Kongo. 1962 wird die Institution zur Nationallotterie. Der Gewinn der Organisation geht dann an die ländliche Bevölkerung in Entwicklungsländern und an gemeinnützige Zwecke in Belgien.
Das Emblem der Nationalen Lotterie: ein bedeutungsvolles Zeichen
Seit 1984 wird die Nationale Lotterie durch ein Emblem repräsentiert, das vom belgischen Grafiker Michel Olyff (1927–2023), einer prägenden Persönlichkeit des belgischen Grafikdesigns, entworfen wurde. Olyff sprach lieber von „Emblemen“ als von Logos: Für ihn sollte ein grafisches Zeichen nicht nur eine Institution kennzeichnen, sondern auch ihre Aufgabe und ihre Werte zum Ausdruck bringen. Er schuf ebenfalls das Emblem des UNESCO-Welterbes, das 1978 entstand und die Harmonie zwischen den Leistungen des Menschen und der Natur sowie eine gemeinsame Verantwortung gegenüber künftigen Generationen symbolisiert.
Das Emblem der Nationalen Lotterie besteht aus einer fließenden, durchgehenden Linie und vermittelt den Eindruck von Bewegung, Austausch und Teilen. Es kann als zeitgenössische Neuinterpretation des Füllhorns verstanden werden, eines universellen Symbols für Wohlstand und Großzügigkeit. Ob dies tatsächlich die ursprüngliche Absicht seines Schöpfers war oder nicht, diese Deutung steht im Einklang mit dem Auftrag der Nationalen Lotterie: Einen Teil des durch das Spiel erwirtschafteten Reichtums zum Nutzen der gesamten Gesellschaft umzuverteilen und mit Optimismus zu einer solidarischeren Zukunft beizutragen.